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Konzerte

Rock im Park 2003

Im Juni 2003 war ich mit einigen Freunden in Nürnberg bei Rock im Park. Highlights des Line-Ups waren Metallica, Iron Maiden sowie Placebo, die für Linkin Park wegen einer Verletzung des Sängers kurzfristig einspringen mussten.

Bands

Leider konnten wir aufgrund verschiedener Bühnen nur einen Bruchteil der Bands sehen.
Von insgesamt über 70 Bands haben wir folgende gesehen:

  • Metallica!
  • Iron Maiden
  • Placebo
  • Audioslave
  • Evanescence
  • Maná
  • Marilyn Manson
  • Chevelle
  • Disturbed
  • Die Happy
  • Lifehouse
  • Murderdolls
  • Queens Of The Stone Age
  • The Donnas
  • Boysetsfire
  • ... und leider auch: Zwan*

* »[...] Als Rockstar mit genug Geld in den Taschen scheint Billy alles egal zu sein. Dass er "null Bock" auf die Musikindustrie hat, daraus hat er noch nie einen Hehl gemacht - aber auch seine Fans scheinen ihn jetzt nicht mehr wirklich zu interessieren. Auf der Bühne spricht er so gut wie gar nicht mit dem Publikum und spult lustlos sein Programm herunter. [...]«
Quelle: Bayern3

Die Happy

Am 23. Dezember 2003 war ich zusammen mit ein paar Freunden beim Die Happy Konzert im LKA Stuttgart. Schon im Juni hatten wir sie bei Rock im Park gesehen, jedoch war das Konzert im LKA nochmal etwas ganz anderes. Diesmal ging es nämlich ausschließlich um Die Happy.
Was mich besonders freute war, dass die Songs vom neuen Album "The Weight Of The Circumstances" ganz anders arrangiert waren, als auf der Platte: Viel rockiger!
Das Thorsten und Marta sich die Grippe eingefangen hatten merkte man ihnen überhaupt nicht an und so machten sie eine riesen Stimmung.
Auch die Vorband Serafin spielten eine gute Show, leider kannte ich vorher keine Lieder von ihnen.
Am nächsten Tag habe ich versucht die Setliste zusammenzuschreiben, ich bin mir allerdings nicht hundertprozentig sicher, dass alles - vor allem die Reihenfolge der Songs - der Realität entspricht.
An diesem Abend hat mir besonders "Not That Kind Of Girl" und "Like A Flower" gefallen.
Setliste:

  • Standing Strong
  • Your Soul Is A Pilot
  • Get Up
  • Big Boy
  • Go For It
  • Leaving You
  • Not That Kind Of Girl
  • Slow Day (Unplugged)
  • Now Or Never (Unplugged)
  • Supersonic Speed
  • Cry For More
  • Mannequin
  • Goodbye
  • Like A Flower
  • Every Day Is A Weekend
  • Wrong

Die Happy - four & more - unplugged

Setliste
  • Intro:
    • Everybody
    • Let Me Entertain You
  • Big Boy
  • 5pm
  • Get Up
  • Now Or Never
  • Show Me Heaven
  • Standing Strong
  • Tschechisches Volkslied
  • Slow Day
  • Every Day Is A Weekend
  • Like A Flower
  • Supersonic Speed
  • Cry For More
  • Goodbye
  • Violent Dreams
  • Not That Kind Of Girl
  • "Danke Song"
  • Breathing
  • One Million Times
  • Wrong
Am 19. März 2004 waren wir gleich nochmal bei Die Happy, diesmal war es allerdings ein besonderes Konzert, es war nämlich die einmalige Unplugged Tour (eins von 16 Konzerten). Da das Konzert ganz in unserer Nähe, nämlich im Scala in Ludwigsburg stattfand, konnten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Das Scala - eigentlich ein kleines Kino - bot nur Platz für schätzungsweise 500 - 600 Leute, was aber nichts ausmachte. Im Gegenteil, es herrschte eine schöne Atmosphäre.
Die "Vorband" (Christina Lux) bestand eigentlich nur aus einer Sängerin mit einer Gitarre, was nicht heissen soll, dass dies schlecht gewesen wäre. Natürlich kam noch keine richtige Stimmung auf, aber trotzdem spielte sie ein tolles Konzert - Leider etwas kurz. Nach 4 Liedern gab es einen technischen Defekt, der anscheinend so schnell nicht zu beheben war und so musste ihr Auftritt sehr abrupt abgebrochen werden, schade.

Eine gute Viertelstunde später kamen dann Die Happy auf die Bühne und fingen auch sogleich mit einem Intro an, dass zwar allen bekannt vorkam aber irgendwie nicht so ganz zu Die Happy gehöhrte. Es war "Everybody" von den Backstreet Boys gemischt mit "Let Me Entertain You" von Robbie Williams.
Everybody - Yeaaah
Rock Your Body - Yeaaah
Everybody, Rock Your Body Right
Die Happy's back, alright!

Auch wenn die ersten paar Lieder einen noch nicht so ganz überzeugt hatten, kam spätenstens bei den Liedern vom 1. Album (Now Or Never, Show Me Heaven) eine zunehmend besserwerdende Stimmung auf. Begleitet wurden Die Happy von 3 Gastmusikern, Patrick an der 12-saitigen Gitarre, Sabine mit einer großen Percussion-Ausstattung und Joo mit Trompete und Keyboard. Alle 3 großartige Musiker, die nicht nur als Hintergrundbegleitung mit dabei waren, sondern auch tolle Soli spielten.
Am besten gefiel mir an diesem Abend Supersonic Speed, das sich bestimmt über 15 Minuten langzog. Ungefähr nach der Hälfte des Stückes spielte Joo ein 5 Minütiges Trompetensolo, das es in sich hatte. Der Mann konnte einfach alles, gleichzeitig Trompete und Keyboard spielen und seine Effektgeräte bedienen, singen, ... und das obwohl er einen Tag davor noch im Krankenhaus lag.
Insgesamt spielten Die Happy fast zweieinhalb Stunden und im Vergleich zu dem Konzert im LKA waren zu meiner Freude viele Songs vom 1. Album mit dabei, auch Violent Dreams und One Million Times, die ich davor noch gar nicht live gehört hatte.
Erfreulich war auch, dass sie sich ganz offensichtlich viel Mühe gemacht hatten, die Songs umzuschreiben und neu zu arrangieren.
» Tourbericht von Die Happy

Melissa Auf der Maur

Melissa Auf der Maur? Der Name wird den meisten wahrscheinlich nichts sagen. Schaut man sich allerdings die Musiker an, mit denen die Kanadierin schon gemeinsam gespielt hat, dürften schon einige bekannte Namen dabei sein. Unter anderem spielte sie als Bassistin bei Hole (Die Band von Courtney Love), den Smashing Pumpkins (Billy Corgan) und spielte zusammen mit Nick Oliveri (Queens Of The Stoneage) unter dem Namen "Hand Of Doom" ein Black Sabbath Tribute Konzert.
Am 22. April 2004 spielte Auf der Maur (so der Name der Band) in Mannheim, und da ich zu dieser Zeit sowieso in der Nähe war, schaute ich mir das Konzert in der Alten Feuerwache an.
Einlass war um 20 Uhr und so fing das Konzert erst gegen 21h mit einer vorher nicht bekannt gegebenen Vorband an: Living Things. Zu den 4 Jungs gibt es nicht viel zu sagen. Meiner Meinung nach haben sie eine sehr gute Show abgeliefert, sehen wie richtige Hard Rocker aus und verhalten sich auch entsprechend (Es gab einen kleinen Unfall mit dem Bassisten, der während eines Songs vorn über von der Bühne stürzte und seinen Bass etwas demolierte, er konnte aber weiterspielen, nachdem sein Bass wieder mit Klebeband stabilisiert war).
Nach einem kleinen Umbau, kamen dann auch schließlich Auf der Maur auf die Bühne, begleitet von dem Kinderlied, an das jeder gleich denken muss, wenn er den Namen der Band hört.
Das Konzert begann mit dem ersten Track des Albums, "Lightning Is My Girl" und auch im weiteren Verlauf entsprach die Setliste in etwa der Trackliste des Albums. Die Musiker, die Melissa zum Teil schon seit ihrer Jugend kennt, rockten genauso wie ihre Frontfrau:

- Kim Pryor: Gitarre (Keyboard bei Overpower Thee)
- Steve Durand: Gitarre
- Andrew Rodriguez: Keyboard (zwischendurch auch Bass)
- Julien Blais: Drums

Zusätzlich zu den 12 Songs des Albums spielten Auf der Maur auch ein Cover, dessen Name ich leider nicht kenne und am Schluß performte Melissa allein mit ihrem Bass und ihrer Stimme den Song "Good News".
Am besten gefiel mir an diesem Abend das Lied "Skin Receiver", das inklusive Pferde-Wiehern am Anfang vorgetragen wurde.

Rock im Park 2004

Nachdem mir Rock im Park letztes Jahr so gut gefallen hatte, musste ich natürlich unbedingt wieder hin. Von unserem alten "Team" blieben leider nur 3 Leute übrig, dafür kamen aber 6 neue dazu, so dass wir dieses Jahr zu neunt nach Nürnberg zogen. Leider hatten wir keine Autofahrer dabei, und so mussten wir mit dem Zug hinfahren, was sich im Nachhinein aber gar nicht als die schlechteste Lösung herausstellte. Man kommt mit Hilfe der S-Bahn sehr nahe an das Frankenstadion ran, wo sich dann auch schon die ersten Zeltplätze befinden. Ausserdem hatten wir unser Gepäck auch etwas geschickter verstaut, so dass wir nur einmal zum Zeltplatz hinlaufen mussten (letztes Jahr: 4 x Auto - Zeltplatz).
Da wir schon Donnerstags angereist waren, hatten wir am ersten Tag nicht viel vor und konnten gemütlich Zelt aufbauen, Grillen, in einen Geburtstag reinfeiern und unsere Rock im Park T-Shirts kaufen.

Freitag

Am Freitag konnten wir aufgrund der Tatsache, dass die Konzerte immer erst um ca. 14h anfangen gemütlich ausschlafen. Zum Frühstück gab es Knäckebrot mit Landjäger, Müsliriegel und Waffeln. Frisch gestärkt ging es dann Richtung Zeppelinfeld, wo dieses Jahr die große Center Stage aufgebaut war.
- Static-X: Die aller-erste Band war Static-X, Nu Metal aus den USA. Ich kannte leider nur das Lied "Cold" aber ich fand den Auftritt auch nicht sehr überzeugend. Es mag auch daran gelegen haben, dass wir keinen guten Platz hatten (blöderweise haben wir versucht in den abgesperrten Bereich vorne zu kommen). Nach dem Festival Opener spielten auf der Center Stage Donots und The Rasmus, und da mich beide Bands gelinde gesagt überhaupt nicht interessierten, wechselten wir rüber auf die Alterna. Dort wollten wir uns eigentlich Trapt und Drowning Pool anschauen, aber wir waren so früh, dass wir uns auch noch Hoobastank fast ganz anschauen konnten.
- Hoobastank: Wie gesagt, eigentlich war es gar nicht geplant, dass wir uns Hoobastank anschauen wollten, aber wir merkten relativ schnell, dass die Jungs aus Los Angeles eine Super Stimmung machen, und ausserdem kannte ich hier sogar zwei Lieder. Dafür, dass wir überhaupt nichts erwartet hatten, war es wirklich ein super Konzert. Nach einer kurzen Umbaupause kam dann auch schon ...
- Trapt: Zu Trapt gibt es nicht viel zu sagen, sie waren um einiges besser als Static-X, allerdings kannte ich kein einziges Lied, und so war ich eher froh, als dann Drowning Pool kamen.
- Drowning Pool: Obwohl Drowning Pool auch in die Richtung Nu Metal gehen, kam hier viel mehr Stimmung auf als bei Trapt und Static-X, ich kannte zwar auch von Drowning Pool kein einziges Lied, allerdings gefiel mir die Musik von ihnen viel mehr.
- Dick Brave & The Backbeats: Weil am abend die Toten Hosen spielen sollten, machten wir uns wieder auf den Weg zurück zur Center, wo wir von ganz links außen Dick Brave & The Backbeats (mehr auf der Leinwand) bewundern konnten. Die vier waren eine angenehme Abwechslung und wir schafften es tatsächlich bis zum 1. Lied von Avril Lavigne in den abgesperrten Bereich vorne zu kommen.
- Avril Lavigne: Im großen und ganzen entsprach der Auftritt von Avril Lavigne meinen Erwartungen, nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. Immerhin kannte ich viele Songs, und wir konnten uns schön nach vorne durchkämpfen.
- Judas Priest: Nach einer etwas längeren Umbau-Pause kamen dann die ersten Co-Headliner auf die Bühne: Judas Priest! Leider hatte ich keine Zeit mich in die über 20 Studio Alben so richtig einzuhören und so kannte ich nur das Best Of Album, allerdings war das nicht weiter tragisch. Judas Priest spielten ein super Konzert, und immerhin kannte ich 3 Songs. Zum ersten mal hatten wir auch eine etwas aufwändigere Bühnenshow, deren Highlight der Auftritt von Rob Halford mit einer Harley Davidson war.
- Die Toten Hosen: Von den Toten Hosen hatte ich mir eigentlich relativ wenig erwartet, da ich zwar schon Punkrock mag, allerdings die Ärzte eigentlich besser finde. Trotzdem hab ich mir dann ein paar Alben von den Hosen zusammengesucht, und mich relativ ausführlich eingehört. Leider kannte ich trotzdem 4-5 Lieder auf dem Konzert nicht, allerdings waren das meistens irgendwelche Covers. Ansonsten gab es an dem Konzert überhaupt nichts auszusetzen, im Gegenteil, es war einfach alles perfekt. Ich hatte einen traumhaften Platz, ganz vorne, in der 2. Reihe, direkt in der Mitte. Am Ende konnte ich mich sogar noch in die erste Reihe quetschen. Die Setlist war wunderbar (nur Bonnie & Clyde und Unsterblich hat mir gefehlt), und die Toten Hosen spielten sogar Eisgekühlter Bommerlunder, was zweifelsohne zu den Highlights (nicht musikalisch, aber von der Stimmung her) gehörte. Obwohl wir in Nürnberg waren, spielten sie auch "Bayern". Bei diesem Lied kam dann Campino (auf den Schultern eines Securities) ins Publikum... genau vor mir. Auch der andauernde Regen konnte die Stimmung nicht trüben, im Gegenteil. Ohne den Regen hätten sie "Singing In The Rain" bestimmt nicht gespielt. Um auf meine anfängliche Bemerkung zurückzukommen: Die Toten Hosen haben meine Erwartungen um ein vielfaches übertroffen. Eventuell gehen wir im Dezember nochmal auf ein Konzert.

Der restliche Tag war dann leider nicht so angenehm. Nach dem Konzert fing es erst richtig an zu regnen, es war kalt und der komplette Campingplatz war natürlich total versifft. Unser Abendessen (Ravioli) wurde also ins Zelt verlegt, und wir gingen dann auch relativ schnell schlafen.

Samstag

Am nächsten morgen sah es vom Wetter her leider auch nicht viel besser aus, also zogen mittags wir mit Pulli und Jacke los zur Center Stage. Heute wollten wir nur Bands auf der Center sehen, und deswegen konnten wir von Anfang an gleich ganz nach vorne. Dort blieben wir dann auch von Tape bis nach KoRn (über 9 Stunden)

- Tape: Zum heutigen Opener gibt es auch nicht viel zu sagen, ich kannte nur ein Lied, aber die Stimmung war eigentlich relativ gut, die Jacken hatten wir schon wieder ausgezogen (wir haben sie den ganzen Tag über eigentlich nicht mehr gebraucht). Vor uns standen ein paar Amerikaner, die im ganzen Umkreis eine sehr gute Stimmung verbreitet haben.
- Seether: Von Seether hatte ich glücklicherweise ein Album (Disclaimer) und so kannte ich relativ viele Lieder. Obwohl sie so früh an diesem Tag spielen mussten und eigentlich relativ unbekannt sind, gefielen sie mir wirklich sehr gut. Sie lieferten ein Klasse Konzert ab, die Stimmung war riesig, und als Höhepunkt kam dann auch noch die Sängerin von Evanescence auf die Bühne, um zusammen mit Seether ihre aktuelle Single "Broken" zu spielen! Zum Abschluß gab es noch ein gelungenes Cover des Nirvana-Klassikers "You Know You're Right".
- H-Blockx: Von den H-Blockx hielt ich vorher schon nicht so viel, und auch während des Konzertes hat sich meine Meinung nicht groß geändert. Davon, dass sie eine der besten deutschen Live-Bands sein sollen, habe ich nicht viel gemerkt. Im Sommer sehe ich sie noch einmal als Vorband der Ärzte, vielleicht klappts dann.
- Machine Head: Ähnlich wie bei Hoobastank, ich hatte eigentlich überhaupt nichts erwartet, kannte nur "Imperium" und dachte eigentlich, dass sie eigentlich mehr Krach als Musik machen - aber meine Meinung hat sich geändert. Machine Head haben ein super Konzert gespielt und die Stimmung war wirklich grandios: Nürnberg! Do you know what a circle pit is?? (Pogo-Kreis).
- Motörhead: Ok, ich kannte nur 2 Lieder. Ok, Lemmy mag eine lebende Legende sein. Ok, der Schlagzeuger war der Hammer. Trotzdem haben sie mich nicht überzeugt.
- Evanescence: Evanescence hatte ich letztes Jahr schon mal gesehen, diesmal war aber einiges (noch) besser: Ich stand ca. 50 Meter näher an der Bühne, die Song-Auswahl war besser, die Bühnen-Show war besser, sie haben KoRn gecovert (Thoughtless), Evanescence hatten einen besseren Platz im Zeitplan (Co-Headliner) und meiner Meinung nach haben sie auch besser gespielt als letztes Jahr.
- KoRn: Bei Evanescence hatten wir uns bis in die zweite Reihe vorgekämpft und hatten so einen super Platz, genau wie am Vortag. Dennoch gab es heute einen entscheidenen Unterschied. Der Druck von hinten war schon in der Umbaupause größer als während dem Toten Hosen Konzert. Aber da wir KoRn unbedingt von ganz vorne sehen wollten, ging das gerade noch so. Als dann die Band auf die Bühne kam, wurde es natürlich noch einmal etwas schlimmer, und ich konnte mich jetzt gar nicht mehr bewegen, aber gut, dafür kann ja KoRn nichts. Auf KoRn hatte ich mich fast am meisten gefreut und meine Erwartungen wurden auch nicht enttäuscht, der Auftritt war eigentlich (fast) perfekt. Die besten Songs waren für mich Got The Life, A.D.I.D.A.S und Ya'll Want A Single (wegen der Stimmung). Zum Anfang von einem Song holte dann Jonathan Davis auch seinen Dudelsack raus, und spielte damit ungefähr 2-3 Minuten (allerdings waren es glaube ich nicht mehr als 3-4 Töne). Nach ca. 10 Liedern musste ich dann aber leider meinen Platz aufgeben, weil es nicht mehr auszuhalten war. In einer kurzen Pause zwischen den Liedern habe ich mich dann einige Reihen weiter nach hinten gestellt, wo man ziemlich viel Platz hatte und so konnte ich den Rest des Konzertes noch in Ruhe geniessen. Einziger Punkt, der mich ein klein wenig gestört hat war, dass KoRn nur 1 1/4 Stunden spielten, was relativ wenig war im Vergleich zu den Hosen am Vortag.

Am Abend regnete es leider wieder leicht und da wir auch sehr müde und total durch geschwitzt waren, ließen wir das warme Abendessen ausfallen, beschränkten uns auf ein paar Landjäger und verschoben die Ravioli auf den nächsten morgen.

Sonntag

Am Sonntag morgen mussten wir etwas früher aufstehen, da wir unsere Sachen zum Großteil schon packen mussten, damit wir abends nach den Red Hot Chili Peppers dann nach Hause fahren konnten. Wir verstauten unsere ganzen Sachen im großen Zelt und machten uns auf die Suche nach Müll, um unsere 5€ Müllpfand pro Person wieder zurückzubekommen. Nach dem Mittagessen (Ravioli!) hatten wir dann trotzdem noch so viel Zeit, dass wir sehr früh auf die Centerstage konnten, was sich später als sehr günstig herausstellte.

- Lostprophets: Die Lostprophets, von denen ich das aktuelle Album kannte, waren mit Abstand der beste Opener dieses Jahr. Die Jungs machten eine super Stimmung, sie brachten zum Beispiel die ganzen Leute dazu, einen Gang in der Mitte zu bilden, um kurz darauf dann wie wild aufeinander zuzurennen. Dass der Sänger einmal seinen Einsatz verpasste, und der Gitarrist einmal seine Noten nicht so recht wusste, machte überhaupt nichts aus: "You see: we are human beings, no machines".
- Jet: Von Jet kannte ich leider nur "Are You Gonna Be My Girl", denn der Auftritt konnte sich wirklich sehen lassen. Vom Moderator wurden sie mit Hilfe von AC/DC angesagt, aber für mich war das Konzert besser als alles, was ich von AC/DC kenne (Richtig, nein, ich mag AC/DC nicht so).
- 3 Doors Down: Von jetzt an, kannte ich eigentlich fast alle Lieder am restlichen Sonntag, da ich von den folgenden Bands eigentlich jeweils alle Alben habe (ausgenommen Faithless, aber dazu später mehr). 3 Doors Down machten den Anfang und stimmten uns richtig ein für den restlichen Sonntag. Der Auftritt war eigentlich genau, wie ich ihn mir vorgestellt hatte: fantastisch! Am Anfang der Konzertes war es wie ein kleines Déjà-Vu, beziehungsweise Déjà-Entendu: Es kam das Intro von Duck & Run und der Sänger sagte "... how you're doing my friends?" - exakt wie auf der Live CD "Another 700 Miles".
- Nickelback: Um es mal vorweg zu nehmen: Nickelback gehörte mit Sicherheit zu den Top-5 der besten Bands bei Rock im Park '04. Ich habe zwar alle Alben von Nickelback, allerdings stach Nickelback für mich nie besonders vor. Ausser vielleicht How You Reminded Me gab es keine Songs, die ich irgendwie besonders überragend fand, doch der Live-Auftritt war wirklich einsame Spitze. Neben mir stand ein Fan von etwas härter Musik (Metallica, Slipknot, Limp Bizkit) und sagte vor dem Konzert zu mir: "Auf Nickelback hab ich überhaupt kein Bock, ich warte auf die Red Hot Chili Peppers". Nach ca. 2-3 Songs sagte er dann: "Viel zu hart für Nickelback" aber spätestens als dann Chad Kroeger sagte, dass es vielleicht viele noch nicht wüssten, weil sie Nickelback nur aus dem Radio kennen, aber Nickelback sei eine Band, die harte Rockmusik macht, da fand er sie dann eigentlich auch recht gut, und kurz darauf kam dann auch eine echte Überraschung: Nickelback coverten "Sad But True" von Metallica! Zusätzlich zu den wunderbar gespielten Liedern kam auch die beste Bühnenshow überhaupt: Der Sänger war die ganze Zeit damit beschäftigt Flaschen ins Publikum zu werfen, irgendwelche Assistenten wegzuschicken um noch mehr Flaschen zu holen, Gitarren durch die Gegend zu werfen, das Publikum zu Filmen und noch mehr Flaschen ins Publikum zu werfen. Alles in allem also mit Sicherheit einer der besten Auftritte überhaupt.
- Muse: Nach Nickelback waren wir natürlich erstmal hin und weg, und so mussten Muse schon einiges leisten, um da mitkommen zu können... und was soll ich sagen? Sie haben es auf jeden Fall geschafft! Das Muse keine konventionelle Rockmusik macht, wussten wahrscheinlich die meisten, aber das sie so abgefahren sein können hätten ihnen wahrscheinlich die wenigsten zugetraut. Ein Muse Fan vor mir, versuchte einem anderen zu erklären, dass Muse eine Mischung aus Nirvana und klassischer Musik sei, allerdings kann ich da nicht ganz zustimmen. Ich finde allerdings auch keine bessere Erklärung. Die einzigste Enttäuschung auf dem Konzert war für mich, dass die Jungs zu dritt nicht immer alle Instrumente (E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier) spielen konnten, und so zum Teil das Klavier von Band eingespielt wurde, was vor allem bei "Bliss" sehr schade war.
- Faithless: Ja, zu Faithless gibt es leider nicht sehr viel zu sagen. Eine Dance-Band gehört meiner Meinung nach nicht auf ein Rock Festival, schon gar nicht als Co-Headliner auf der Center Stage zwischen Muse und den Red Hot Chili Peppers. Ganz so schlimm war es aber nicht, denn wir konnten uns in der Zeit wo sie spielten "gemütlich" in der 2. Reihe auf den Boden setzen (was nach ein paar Minuten anstrengender war als zu stehen).
- Red Hot Chili Peppers: Nach einer langen Umbau-Pause kamen dann endlich die vier aus Kalifornien auf die Bühne: Die Red Hot Chili Peppers! Sie eröffneten das Konzert mit einem meiner Lieblingslieder "Can't Stop". Was mir gleich beim ersten Song auffiel war, dass Anthony Kiedis' Stimme wirklich nicht gerade die beste ist (Ich kann nicht beurteilen, ob sie nur an diesem Abend so schlecht war). Leider war auch die Kommunikation mit dem Publikum so gut wie nicht vorhanden, und es kam wohl manchem so vor, als ob sie einfach nur ihr Programm abspielen wollten um dann so schnell wie möglich wieder von der Bühne zu gehen. Allerdings gab es natürlich nicht nur negative Punkte, die musikalische Leistung war einfach traumhaft. Flea auf seinem Bass (oder der Trompete) und John Frusciante auf der Gitarre (das ging so weit, dass er sich seine Finger aufschnitt und das komplette Gitarren-Set mit seinem Blut vollspritzte). Die Auswahl der Songs war wie zu erwarten genial und die Bühnenshow war auch fantastisch (4 Monitore hinter der Band, 3 grüne Laser, ...). Zum Abschluß gab es ein grandioses "Give It Away" mit einem riesen Feuerwerk zwischen Center- und Alternastage.

Nach der letzten von 22 Bands gingen wir dann zurück zum Zeltplatz und packten die restlichen Sachen zusammen, und kurz darauf waren wir dann auch schon auf der Heimreise. Ich konnte dann Montag Früh um etwa 3:00 nach einer ausführlichen "Dusch-Session" endlich mal wieder in mein eigenes Bett.

Ludwigsburg Open Air

Am 17. Juli 2004 war in Ludwigsburg anlässlich der 400 Jahr-Feier des Schlosses ein tolles Konzert geplant: Die Ärzte, und als Vorbands weitere bekannte Namen des deutschen Rocks: Sportfreunde Stiller, Beatsteaks, H-Blockx, und eine lokale Punk-Rock Band namens Scrambled Eggs.
Die Vorbedingungen waren schon mal fantastisch: nur eine kleine Strecke mit dem Bus nach Ludwigsburg, super Wetter und ein schönes Stadion, perfekt eigentlich für ein Open-Air Konzert. Zum Glück kamen wir auch nach ganz vorne, wo es nach einer Weile dann schon ziemlich voll wurde, am Anfang aber noch gar kein Problem...

Scrambled Eggs

Der Gitarrist der Band hatte sich den Fuß gebrochen, und so saß er die ganze Zeit auf einem Bürostuhl. Das Konzert war eigentlich wie erwartet: Nichts besonderes, aber auch nicht schlecht, viel mehr war auch im Publikum nicht los, und so war es auch nach einer halben Stunde schon wieder vorbei. Nach einer kleinen Umbaupause kamen dann (zu meinem Leid) die H-Blockx.

H-Blockx

Es gibt nicht viel zu sagen zu dieser Band, schon bei Rock im Park waren sie meiner Meinung nach sehr schlecht, und auch diesmal kam nichts besonderes raus. Im Gegenteil: Was mich sehr schockierte, war, dass der Sänger wieder die exakt gleichen Sprüche draufhatte, wie vor ein paar Monaten bei Rock im Park. Das gipfelte darin, dass er auch wieder sagte: "Das ist heute unser 1000. Konzert, also geht jetzt nochmal richtig ab". Was ist das bitte für eine Masche? Sehr erbärmlich, wenn man sich mit solchen Methoden das Publikum auf seine Seite holen will. Ich will gar nicht wissen, wie oft die schon ihr 1000. Konzert gespielt haben.

Beatsteaks

Jetzt konnte es richtig losgehen. In der Umbaupause drängten wir uns etwas nach vorne durch, und waren dann mitten im Pogo, als die Beatsteaks so richtig loslegten. Ein richtig geiles Konzert! Zwischendrin kamen dann auch noch Farin und Rod auf die Bühne, um zusammen mit dem Drummer der Sporties, den Beatsteaks zu helfen. Super Stimmung, gnädige Securities (ganz im Gegenteil zu denen bei Rock im Park), die uns mit viel Wasser versorgten und alles in allem ein toller Auftritt der Berliner.

Sportfreunde Stiller

Inzwischen war ich in der zweiten Reihe angelangt, wo es sich aushalten ließ. Nach den Beatsteaks hatte ich etwas bedenken, ob die Sporties das Niveau halten können, aber das haben sie auf jeden Fall geschafft. Im Gegensatz zu den Beasteaks kannte ich hier alle Songs, und konnte mitsingen. Die 3 Jungs machten eine tolle Stimmung und stimmten uns auf die Ärzte ein.

Die Ärzte

Die Umbaupause bei vor den Ärzten dauerte natürlich etwas länger. Wir mussten leider etwas nach hinten wandern, weil es vorne verdammt heiß und eng war. Blöderweise waren wir inzwischen aber total durchnässt, da die Securities mehrere Eimer Wasser über uns gekippt hatten, und so wurde es weiter hinten, mit weniger Fremd-Körper-Kontakt etwas kälter, ausserdem fing es auch noch an zu regnen. Als die beste Band der Welt dann aber auf die Bühne kam, war das alles vergessen. Der große Schwarze Vorhang, der die Bühne verhüllte fiel, und es ging sofort richtig ab mit "Nicht allein". Die Setliste war ellenlang, und es war praktisch unmöglich jedes Lied zu kennen, falls man nicht alle alten Alben hat. Trotzdem kannte ich natürlich die meisten Lieder. Die Stimmung war unübertrefflich. Dauernd kamen irgendwelche Witze oder komische Ideen von Seiten der Ärzte. Es war wirklich sehr amüsant. Hinter der Band war eine Tafel mit hunderten Glühbirnen aufgebaut, auf dem irgendwelche Kommentare, wie zum Beispiel "Klatscht ihr Säcke" erschienen. Blöderweise mussten die Ärzte ihr Konzert fast Unterbrechen, aufgrund von Bestimmungen der Stadt Ludwigsburg. Wir hätten noch viel länger weitermachen können.

The Unholy Alliance

Am 29. September war in Böblingen Metal pur angesagt! Slayer und Slipknot hatten sich zu einer "Unholy Alliance" zusammengetan, und waren zusammen auf Tour. Als Vorband war Hatebreed mit dabei.

Hatebreed

Als wir in der Sporthalle in Böblingen ankamen und in die Halle gingen, fing direkt das Hatebreed Konzert an. Am Anfang setzten wir uns noch auf die Tribühnen, um uns das ganze erstmal aus kritischer Entfernung anzuschauen. Unser Eindruck von Hatebreed war vor allem: Laut! Der "Gesang" bestand hauptsächlich aus Geschrei, was natürlich bei diesem Genre nicht besonders schlimm ist. Nach ein paar Liedern wagten wir uns dann vor in die Menge. Gegen Ende wurde es dann auch musikalisch besser, und so war es eigentlich ein ganz gelungener Auftritt.

Slipknot

Schon in der Umbaupause wurde klar, dass zuerst Slipknot dran war. Neben dem riesen Drumset hinten in der Mitte, wurden auch zwei kleinere Trommel-Ansammlungen vorne rechts und vorne links aufgebaut. Was mich dann auf dem Konzert auch zuerst faszinierte, waren die Drums. Der Gesang war leider etwas zu leise eingestellt, und so hatte man es manchmal als Nicht-Hardcore-Fan etwas schwer die Songs zu erkennen. Trotzdem kannte ich natürlich die meisten Lieder. Zum Glück waren sehr viele Songs vom neuen Album "Vol. 3: The Subliminal Verses" dabei. Die Stimmung war sehr genial, der Sänger hatte anscheinend relativ viel Mühe gegeben, einige deutsche Worte zu lernen: "Meine Freunde, wie geht es euch heute?". Am besten gefiel mir eindeutig "Duality" und "Spit It Out". Bei letzterem kniete die ganze Menge auf dem Boden, um dann, als der Song wieder weiterging aufzuspringen und noch mehr zu pogen als davor.
Setlist:

  • Prelude 3.0
  • Blister Exists
  • (SIC)
  • Disasterpiece
  • Three Nil
  • Eyeless
  • Vermillion
  • Pulse Of The Maggots
  • Iowa
  • Heretic Anthem
  • Duality
  • Spit It Out
  • People=Shit
  • Wait And Bleed
  • Surfacing
  • Danger Keep Away

Slayer

Nach dem Slipknot Konzert mussten wir erstmal etwas trinken, und so unseren Platz in der Mitte der Halle aufgeben. Es war allerdings kein Problem am Anfang des Slayer-Konzerts wieder zurückzukehren. Am Auftritt von Slayer gibt es eigentlich nichts auszusetzen, so genial hätte ich es mir nie vorgestellt. Wir drängten uns noch weiter nach vorne durch, um uns das ganze mal aus der Nähe anzuschauen. Kurz vor der Bühne war natürlich auch der Druck von hinten größer, und ausserdem bekam ich mindestens 6-7 Leute die beim Stagediving waren, von hinten auf den Kopf geworfen. Am Ende waren wir logischerweise total durchgeschwitzt, und ärgerten uns nur etwas, dass nach ca. 70min schon alles vorbei war. Am besten gefiel mir "Seasons in the Abyss", "Angel of Death" und der letzte Song "Raining Blood", bei dem sich die vier das Gesicht voll mit Kunstblut geschmiert hatten.
Setlist:

  • Darkness Of Christ
  • Disciple
  • War Ensemble
  • Mandatory Suicide
  • Hallowed Point
  • Stain of Mind
  • Bloodline
  • Chemical Warfare
  • Dead Skin Mask
  • Seasons in the Abyss
  • Hell Awaits
  • South of Heaven
  • Angel of Death
  • Postmortem
  • Raining Blood

Nightwish

Once upon a tour

nightwish.jpg
Foto vom Konzert kommt, sobald
ich ein schönes gefunden habe
Knapp einen Monat nach dem Slipknot & Slayer Konzert machten wir uns am 22. Oktober, diesmal per Auto, auf den Weg nach Nürnberg um dort Metal in einer etwas anderen Art und Weise zu sehen und hören.

Timo Rautiainen & Trio Niskalaukaus

Als wir um etwa 18.45 vor der Arena ankamen (die im übrigen gleichzeitig das Talentforum von Rock im Park darstellt) warteten dort schon schätzungsweise fünf- oder sechstausend schwarzgekleidete Leute auf den Einlass in das Eis-Stadion. Von Eis war heute allerdings relativ wenig zu sehen, und so konnte der gesamte Stehraum ohne Probleme voll gefüllt werden.
Nach einiger Wartezeit kam dann auch die erste der beiden Vorbands auf die Bühne. Nach ein zwei Liedern hatten wir kapiert, dass der stark an Rammstein erinnernde Gesang, deutsch war. Etwas überraschend war dann, dass der Sänger kurz darauf sagte, dass sie aus Finnland kämen. Wie ich später erfuhr, hatten sie einige ihrer Songs für die Tour mit Nightwish auf Deutsch übersetzt. Leider kann ich trotzdem nicht viel über die, wohl mehr aus zusammengewürfelten Wörtern bestehenden Texte sagen, da es nicht so einfach zu verstehen war.
Ausser ihrem unaussprechlichem Namen, der Tatsache, dass von fünf Leuten drei Gitarre spielten, und dass bei einem Song Tuomas von Nightwish am Keyboard spielte, war aber sonst nichts besonderes an dieser (Vor)band.

Sonata Arctica

Nach einer etwas übertrieben langen Umbaupause kamen dann Sonata Artica auf die Bühne, die mir noch viel besser gefielen als die erste Vorband. Der Sänger hatte eine tolle Stimme, die Band machte tolle Musik und auch ansonsten gab es überhaupts nichts auszusetzen ausser einem etwas kitschigem Banner im Hintergrund. Schon jetzt wurde klar, was heute abend auch visuell geboten wurde: Laser, Nebel, schöne Lichteffekte, aber auch das konnte natürlich noch getoppt werden...

Nightwish

Auch nach der zweiten, übrigens auch finnischen, Vorband musste natürlich nochmal umgebaut werden, für den Headliner des heutigen Tages. Mit viel Nebel und unter tosendem Applaus starteten Nightwish ihre Show mit dem ersten Song des neues Albums Once: "Dark Chest Of Wonders". Schnell wurde klar, dass nicht nur die Sängerin Tarja live eine super Stimme hatte, sondern auch der Bassist Marco, der auch hauptsächlich für den Kontakt mit dem Publikum zuständig war. Neben den tollen Lichteffekten unterstüzten auch geschickt eingesetzte Pyro-Effekte die gesamte Show. Nightwish spielten viele Lieder aus dem neuen Album, aber auch von den Vorgängern Century Child, Wishmaster und Oceanborn. Angels Fall First war nicht vertreten, was wahrscheinlich daran lag, dass auf dieser Tour auch viele neue Fans waren, die nur das aktuelle Album kannten.

Setlist

  • Dark Chest of Wonders
  • Planet Hell
  • Deep Silent Complete
  • Phantom Of The Opera
  • Sleeping Sun
  • Symphony of Destruction (ein Megadeth Cover)
  • Bless The Child
  • Ever Dream
  • The Kinslayer
  • Wishmaster
  • Dead Boys Poem
  • Slaying The Dreamer
  • Nemo

  • Ghost Love Score
  • Wish I Had An Angel

Nach fünf Songs musste Tarja eine Pause einlegen, und in der Zeit, während sie laut Marco Backstage Vodka zu sich nahm, spielte die Band ein sehr gelungenes Cover von Megadeth: "Symphony of Destruction"! Als Tarja dann wieder kam konnte man aber trotz größter Bemühungen keine Schwächen im Gesang feststellen, und das Konzert war auch noch lang nicht zu Ende.
Die einzigste kurze Unterbrechung, die danach noch folgte, war ein kleines Geburtstagsständchen, für die Frau von Marco ("Happy Birthday Marco's Wife"), das vom gesamten Stadion gesungen wurde. Warum er uns den Namen seiner Frau aber nicht verraten will, bleibt fraglich.
Besonders gefallen während dem gesamten Konzert hat mir "Deep Silent Complete", "Sleeping Sun" und das bombastische "Ghost Love Score", das als Zugabe vor dem letzten Song "Wish I Had An Angel" kam, wobei das Orchester traurigerweise von Band eingespielt werden musste. Ansonsten fällt mir allerdings kein Kritikpunkt ein, ausser, dass es so aussah, als ob keiner der Bandmitglieder die Gitarre am Anfang von "Dead Boys Poem" spielte.
Um Mitternacht war nach über 5 Stunden stehen auf ungefähr ein und der gleichen Stelle (ausnahmsweise gab es heute mal kein Pogo) dann alles vorbei, und schon ein einhalb Stunden später waren wir wieder daheim, mit dem gewohnten nervendem Piepsen im Ohr.

Beatsteaks

Heute ging es zum zweiten mal ins LKA Longhorn, wo wir letzten Winter Die Happy gesehen hatten. Diesmal ging es zwar wieder per S-Bahn nach Stuttgart, allerdings waren wir ungefähr dreimal so viele Leute, und ausserdem waren die Headliner heute die Beatsteaks aus Berlin (Ost-Berlin!). Zum Vorwärmen hatten sie uns heute eine ziemlich abgefahrene Vorband mitgebracht: King Khan & The Shrines.

King Khan & The Shrines

3 Bläser (tiefes und hohes Saxophon, Trompete), Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger, Keyboarder, ein etwas komischer "Percussionist", eine asiatische Tänzerin und natürlich der kanadische König, indischer Abstammung, der im Moment in Deutschland wohnt, aber auch mal in einem indianischen Reservat gelebt hat und auf der Bühne mit komischen Helmen, Knochen-Halsketten und Totenkopf-Stäben herumhüpft. So lassen sie sich wohl in einem Satz charakterisieren.
Der Musikstil ist wohl irgendwo zwischen R&B, Soul, Funk und Punk anzusiedeln. Das Konzert war eigentlich sehr witzig, da sie einfach eine coole Show ablieferten, auch wenn es musikalisch nicht sehr abwechslungsreich war.
Am Ende des Auftritts ging dann der King nochmal kurz von der Bühne, um kurz darauf mit einem haut-engen Stoffanzug, einem umgehängtem Handtuch und einem Darth-Vader Helm aus Plastik wieder herauszukommen, um seine Tänzerin mit seinem Totenkopf-Stab zu erstechen. Wie gesagt: ziemlich abgefahren.

Beatsteaks

Um halb zehn etwa kamen dann die Beatsteaks auf die Bühne und sofort wurde der Druck von hinten - milde gesagt - ziemlich massiv. Am Anfang war es noch Pogo, aber nach ein paar Liedern wurde einfach nur noch zur Seite und nach vorne gedrückt. Ich konnte mich zum Glück nach vorne bis in die zweite Reihe "retten", wo der Druck tatsächlich nicht mehr so schlimm ist, da man wenigstens nicht mehr so stark zur Seite gedrückt werden kann. Ungefähr vier Meter vom linken Boxenturm entfernt habe ich dann eine ganze Weile die fünf Berliner springenderweise bewundern können. Das Konzert war noch um einiges besser als das im Juli, als ich die Beatsteaks auf dem Ludwigsburg Open Air gesehen habe. Die Show ging natürlich um einiges länger. Es wurden die besten Lieder aus den Alben 48/49, Living Targets und Smack Smash, sowie ganz viele Coverversionen gespielt. Unter anderem eine lustiges "Zu Spät" von ihren Eltern, den Ärzten.
Sehr schwach war meiner Meinung nach "Disconnected", was sich live auch nicht so eignet, wegen dem elektronischen Beat. Showmäßig gabs rein gar nichts auszusetzen. Eine richtig coole Aktion war die, mit dem Gast-Schlagzeuger aus dem Publikum, der zusammen mit der Band "King of Metal" spielte. Ganz zufällig schien dieser nicht ausgewählt zu sein, denn anscheinend gibt es eine Art "Geheimzeichen", dass unter Fans bekannt ist, nämlich den Mittelfinger zu zeigen. Allerdings war die Aktion auch nicht abgesprochen, und es scheinen auch schon einige auf der Bühne ein nicht ganz so tolles Bild abgegeben zu haben. Ganz anders war es bei unserem Konzert. Der Junge hatte echt was drauf, und spielte den Song absolut perfekt mit. Zur Belohnung durfte er dann auf einem Surfbrett über die Menschenmassen crowdsurfen (im Stehen!). Alles in allem ein richtig perfektes und schön langes Konzert.

Setlist1:

  • Summer
  • Ain't Complaining
  • Atomic Love
  • Unminded
  • Whats Coming Over You
  • Frieda und die Bomben (Turbostaat)
  • Hello Joe
  • My Revelation
  • Soothe Me
  • Hey Du
  • Monster
  • Badfish (Sublime)
  • I Don't Care As Long As You Sing
  • Loyal To None incl. Zu Spät (Die Ärzte)
  • To Be Strong
  • Disconnected
  • Hand in Hand
  • Kings of Metal (Manowar)
  • Let Me In
  • Not Ready To Rock
  • Shiny Shoes
  • Sabotage (Beastie Boys)
  • Schlecht
  • Mizi Song

Die Heimfahrt per S-Bahn und Bus war wie gewohnt chaotisch, und ausserdem war es eiskalt, so ganz ohne T-Shirt (da total durchgeschwitzt), nur mit Pulli und dünner Jacke. Zum Glück hatte wenigstens unser Dönerladen noch ein paar Lahmacum. Gegen halb zwei ging es dann in den wohlverdienten Schlaf.

Die Happy in Mannheim

Julia

16. Dezember 2004. Heute war zum vierten mal Die Happy angesagt! Leider konnten wir nicht zum Konzert nach Stuttgart gehen, da am selben Tag schon das Tote Hosen Konzert war. Wir mussten also mit dem Auto nach Mannheim fahren, was eigentlich relativ gut geklappt hat. Durch einen Stau kamen wir zwar erst ein paar Minuten nach Beginn der Vorband in das (winzige) Capitol, aber dafür mussten wir überhaupt nicht anstehen, was auch mal gut tut.
Die Vorband hiess Julia und kommt aus Österreich. Bei den Mannheimern war irgendwie gar nichts los, und so standen alle im Saal relativ still da, obwohl die vier Jungs auf der Bühne bestimmt nichts dafür konnten.
Nach dem - vor allem für uns - relativ kurzen Auftritt konnten wir uns in der Umbaupause schön nach vorne arbeiten, da von den Mannheimern anscheinend keiner so richtig nach vorne wollte. Ganz anders als in Stuttgart.

Die Happy

Als Die Happy nach einem kleinen Film über die 10jährige Bandgeschichte und dem "Freestyler"-Intro auf die Bühne kamen, standen wir dann schon in der zweiten Reihe, was bedeutete, dass man nur etwa 3 Meter von der Band entfernt war (siehe Foto)! Die Setlist war so angeordnet, dass die Lieder ungefähr in chronologischer Reihenfolge gespielt wurden. Deswegen kam zuerst das Supersonic Speed Album dran. Das erste Lied war dann auch der gleichnamige Track, und da war es natürlich auf einmal nichtmehr still in der Halle. Sofort danach kam "Go For It" und "Fortune" und erst mit "Violent Dreams" kam wieder etwas Ruhe in den Saal. Insgesamt lag der Schwerpunkt diesmal nicht auf dem neuen Album "The Weight Of The Circumstances", sondern es wurden auch viele alte Songs gespielt, was sehr schön war. Zwischendurch wurde das ganze wie gewohnt wieder etwas aufgelockert, z.B. durch ein wunderschönes Unplugged-Medley, einer lustigen Rap-Einlage oder den typischen Mitsing-Spielchen, ohne die es irgendwie kein Die Happy Konzert wäre.

Setlist

  • Intro (Bomfunk MC's - Freestyler)
  • Supersonic Speed
  • Go For It
  • Fortune
  • Violent Dreams
  • Leaving You
  • Like A Flower
  • Not That Kind Of Girl
  • Unplugged Medley
    • From Above
    • Cry For More
    • Adam's Eyes
    • Slow Day
  • Good Friend
  • Get Up
  • Mannequin
  • Big Boy
  • If You Want Me To Stay (neu)
  • The Skunk Head (Cover von Skunk Anansie)
  • Goodbye
  • Neon (neu)
  • Everyday's A Weekend

Die Heimfahrt war relativ abenteuerlich, da die Sicht durch den starken Regen sehr beeinträchtigt war, aber nach etwa eineinhalb Stunden kamen wir gesund, aber müde daheim an.

Die Toten Hosen

Nichtmal eine Woche nach dem Die Happy Konzert machten wir uns am ersten Tag der Weihnachtsferien (schon mittags) auf den Weg nach Stuttgart. Bewaffnet mit 24 Flaschen Bier und 2 Vodka (immerhin ging's zu einem Hosen Konzert!) liefen wir noch eine Weile durch die Innenstadt und stärkten uns noch im Mac Donalds, bevor wir schliesslich mit der Bahn Richtung Schleyerhalle fuhren. Von der Haltestelle mussten wir zwar noch 20 Minuten laufen, was aber aufgrund der vielen Fans um uns herum eher zu einem Erlebnis wurde. Auch vor der Halle beim Warten auf den Einlass war die Stimmung phänomenal. Überall wurde gesungen ("Wir wolln die Hosen sehn", "Es kommt die Zeit...") und so verlief die Zeit bis zum Einlass auch sehr schnell.
Nachdem wir Jacken, Pullis und sonstiges überflüssiges Zeug abgegeben hatten, kauften wir noch Tour-Shirts und machten es uns dann (weit vorne) auf dem Boden der riesigen Halle gemütlich.

The (International) Noise Conspiracy

Setliste
  • Intro
  • Hier kommt Alex
  • Zurück zum Glück
  • Friss oder Stirb
  • Song 2 (Blur Cover)
  • Auswärtsspiel
  • Du lebst nur einmal (vorher)
  • Weißes Rauschen
  • Sehnsucht
  • Cokane In My Brain
  • Niemals einer Meinung
  • Madelaine (aus Lüdenscheid)
  • Wünsch DIR was
  • Alles wird vorübergehen
  • Venceremos
  • All die ganzen Jahre
  • Schön sein
  • Nur zu Besuch
  • Steh auf, wenn du am Boden bist
  • Pushed Again
  • Bayern
  • Walkampf
  • Auld Lang Syne
  • Herz brennt
  • Paradies
  • 10 kleine Jägermeister
  • Schönen Gruß, auf Wiedersehen
  • Still, still, still
  • Little Drummer Boy
  • We Wish You A Merry Christmas
  • Hang on Sloopy
  • Wort zum Sonntag
  • Freunde
  • Bis zum bitteren Ende
  • Weihnachtsmann vom Dach
  • You'll Never Walk Alone
Nach etwa einer Stunde Wartezeit (und einigen lustigen Bekanntschaften mehr) kam dann Campino auf die Bühne und machte uns mit der Vorband bekannt. Der Auftritt der schwedische Punk Band war nicht schlecht, hat mich aber auch nicht umgehauen. Es wurde ein wenig gepogt und der Sänger hatte viel Spaß von allen möglichen Gegenständen runterzuspringen, was sich teilweise, aufgrund des Microkabels, schwierig gestaltete. Allerdings gelang ihm sogar der Sprung von einem Verstärker hinter dem Schlagzeuger über das ganze Drumset. Gratulation.

Die Toten Hosen

In der Umbaupause liefen zur Abwechslung mal ganz gute Lieder (Nirvana, Red Hot Chili Peppers, ..) und als irgendwann "American Idiot" von Green Day kam, wurde schon so gepogt, dass einige Leute zu Boden gingen. Noch war es aber erträglich, was sich allerdings schlagartig änderte, als Die Toten Hosen auf die Bühne kamen. Es ging gleich mal heftig los, und zwar mit "Hier kommt Alex", "Zurück zum Glück" und "Friss oder Stirb". Das konnte man leider nicht mehr Pogo nennen, was da abging. Schon nach 1-2 Liedern wurden die ersten Leute von ihren Freunden nach hinten, beziehungsweise ganz aus der Halle getragen. Glücklicherweise legte sich der Druck im Laufe des Konzerts, und am Ende waren wohl alle so erledigt, dass man relativ gemütlich stehen konnte.
Die Toten Hosen spielten neben vielen neuen Liedern aus dem "Zurück zum Glück" Album, wie gewohnt auch viele alte Sachen und Covers (zum Beispiel "Song 2"). Neu für uns war, dass am 22. Dezember - 2 Tage vor Heilig Abend - natürlich auch einige Weihnachtslieder gespielt wurden. Darunter "Weihnachtsmann vom Dach", "Little Drummer Boy" und das geniale "Still, still, still", das in schreiender Weise vom Gitarrist "Kuddel" vorgetragen wurde.
Besondere Highlights waren unter anderen die Songs "Walkampf", während dem Campino mit einem aufgeblasenen "Gummi-Wal-Boot" durch die Menge getragen wurde und "Wort zum Sonntag", bei dem Campino am Anfang des Liedes verschwand, um kurz darauf mit einer hell-leuchtenden Fackel (bengalisches Feuer) wieder auf einer der Zuschauertribühnen aufzutauchen. Von dort aus ließ er sich vom Publikum zurück zur Bühne befördern.
Insgesamt war das Konzert mal wieder ein einzigartiges Erlebnis, wenn auch die Stimmung bei Rock im Park 04 vielleicht noch ein bisschen besser war. Dort waren aber natürlich auch ca. 40.000 Leute in Vergleich zu "lächerlichen" 13.000 in der Schleyerhalle.

Apocalyptica

Nach einer relativ langen Pause von über drei Monaten ging es am 6. April des neuen Jahres nach Stuttgart ins Congresszentrum zu einem Konzert der etwas anderen Art.

Angelzoom

Schon die Vorband hatte keine klassische Rock-Besetzung, sondern kam mit einem Cellisten, Keyboarder, einem E-Geiger und Sängerin daher. Leider wurde das Schlagzeug eingespielt. Ansonsten konnte die deutsche Band aber sehr überzeugen, und so kann ich dem "Langweilig"-rufenden Konzertbesucher nicht recht geben. Sehr gut hat mir das Cover von Linkin Park's Crawling gefallen, bis auf die Stelle, an der es die Sängerin übertreiben musste, und den Refrain nochmal etwa 10 Oktaven höher sang.

Apocalyptica

Schon in der Umbaupause konnte man den Bühnenaufbau von Apocalyptica betrachten. Vor einem kleinem Podest auf dem sich das Schlagzeug befand, standen die vier monströsen, mit Totenkopf-Mustern besetzen Stühle, auf denen schon bald die vier Cellisten mit "Path" ihr Konzert anfingen.
Als großer Metallica-Fan haben mich natürlich die ganzen Metallica-Covers sehr gefreut. Apocalyptica spielten unter anderem "Master Of Puppets", "Fight Fire With Fire", "Enter Sandman", "Creeping Death", "For Whom The Bell Tolls", "Nothing Else Matters" und ein absolut geniales "Seek & Destroy".
Neben einem Sepultura-Cover wurden aber natürlich auch viele eigene Songs, meistens von den neuen Alben "Reflections" und "Apocalyptica" gespielt. Nicht nur als Metallica-, sondern auch als Die Happy Fan kam man hier voll auf seine Kosten, denn wie wir schon vermutet hatten, kam Marta, die Sängerin von Die Happy kurzerhand bei "Quutamo" als Unterstützung auf die Bühne und sang den deutschen Text zu dem Song ("Wie weit?"). Leider blieb es bei diesem einen Lied.
Immer wieder überraschend ist die Härte, mit der Apocalyptica rüberkommt. Zum einen durch den lauten, vollen Sound der Celli und des Schlagzeugs. Zum anderen durch die Performance (siehe Bild2). Ob sie gerade auf ihren Stühlen sitzen und wie vollkommen Durchgedrehte mit ihren Köpfen bangen, oder ob sie vorne am Bühnenrand herumrennen, mit dem Cello auf dem Rücken: Es kehrt nie vollkommene Ruhe ein, ausser bei Antero Manninen, der normalerweise nicht dabei ist. Er sitzt die ganze Zeit vollkommen ruhig auf seinem Stuhl und versteckt sich hinter einer pechschwarzen Sonnenbrille.
Relativ witzig waren die Ansagen, die nicht immer in ganz perfektem Englisch daherkamen. Auch die Frage, ob es uns gefällt ("Are you have a good time?") führte nach mehrmaliger Wiederholung zu großer Belustigung unsererseits.
Als grandioser Abschluss kam als letztes dann "Hall Of The Mountain King", wo die Köpfe nochmal so richtig geschwungen wurden.

Southside 2005

Auch 2005 durfte natürlich nicht ohne ein großes Frühlings-Festival vergehen. Aufgrund des Lineups und wahrscheinlich auch wegen der Neugierde war diesmal allerdings die Nummer Zwei hinter Rock im Park (bzw. Rock am Ring) angesagt, nämlich das Southside-Festival in der Nähe von Tuttlingen. Unser neun-köpfiges Team vom letzten Jahr war auf acht dezimiert, dafür waren wir diesmal keine normalen Festival Besucher, sondern echte V.I.Ps. Über gewisse Beziehungen waren wir an die Karten rangekommen und genossen so einige Vorteile. Am besten davon gefiel uns der V.I.P.-Campingplatz, der nur etwa 500 Meter von der Hauptbühne entfernt war. Wir durften unser Auto (das größtenteils unser Gepäck transportiert hatte) direkt neben dem Zelt abstellen und hatten jede Menge Platz. Durch unseren ungewöhnlichen Schlafplatz lernten wir auch einige Leute kennen, die wir ansonsten wahrscheinlich nicht getroffen hätten. So campten neben uns zwei (angebliche) Reporter einer Hamburger Sport-Zeitschrift. Laut ihrer eigenen Aussage ein Redakteur und ein "freier Mitarbeiter". Ob sie bis heute einen Artikel über das Southside geschrieben haben, wissen wir nicht. Wir befürchten es ging ihnen genauso wie uns mehr um die Party und die Musik an sich.
Neben einigen bekannten Bands (Die Ärzte, Audioslave, Queens of the Stoneage und die Beatsteaks) freuten wir uns besonders über die beiden weiteren Headliner System of a Down und Rammstein, die beide eine großartige Show boten.
Musikalisch gesehen war der Top-Act natürlich System of a Down, keine Frage. Leider wurde die Stimmung durch das fanatische Publikum etwas zerstört. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man nicht schon in der Umbaupause drei mal auf dem Boden liegt.
Was bei System of a Down der musikalische Teil war, war bei Rammstein das "Aussenrum". Aufwändige, zweistöckige Bühne, großartige Kostüme und natürlich die Feuer- und Lichteffekte (Raketen, Feuerwerfer, brennende Mikros, usw.) machten das Rammstein Konzert zur perfekten visuellen Show - was nicht bedeuten soll, dass sie nicht auch musikalisch einiges draufhatten.
Ausserdem sahen wir Ska-P, bei denen das ganze Publikum vor der Centerstage trotz des kalten Wetters Ska tanzte, Turbonegro, die wir davor gar nicht kannten - uns aber trotzdem jede Menge Spaß machten, sowie Nine Inch Nails, die für mich eindeutig zu den Highlights des Festivals gehörten.
Alles in allem ein sehr gelungenes Festival, einzig und allein durch das Wetter etwas getrübt.

Die Happy in Tuttlingen

23. Juli. Wieder Tuttlingen. Mal wieder Die Happy. Um genau zu sein zum fünften mal. Und dennoch war es mal wieder genauso schön wie beim ersten mal.
Nachdem wir das Auto mit Einmalgrill und sonstigem Grillzeugs bepackt hatten, machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Obwohl wir eigentlich recht pünktlich losgefahren waren, wurde die Zeit aufgrund von vielen Einzelheiten sehr knapp. Zuerst funktionierte unser Einmalgrill nicht so wie er sollte - um genau zu sein gar nicht. Nach dem Essen ging es dann weiter Richtung Tuttlingen, allerdings mussten wir einer langen Umleitung folgen und kamen so erst kurz vor Beginn des Konzertes in Tuttlingen an. Dort mussten wir uns dann Richtung Honberg durchfragen. Zu unserem Glück folgten wir nicht gleich den Anweisungen der ersten befragten Person, sondern holten uns noch eine zweite Meinung ein. Sonst wären wir auf einen völlig falschen Berg gelaufen. Nachdem wir dann auch noch einen Parkplatz gefunden hatten und auf den Honberg gestiegen waren, kamen wir gerade noch so pünktlich zum letzten Song von Revolverheld im kleinen Festivalzelt an.
Der Auftritt von Die Happy war wie gewohnt sehr gut. Im Prinzip gab es nicht viel neues seit dem Konzert in Mannheim, es war ja auch noch die gleiche Tour. Allerdings durften wir zum ersten mal die neue Single Big Big Trouble live hören. Und auch die Einlage, als Marta das Mikro von der Bühne fällt kannten wir noch nicht. Alles in allem ein sehr kuschelig kleines Konzert auf dem schönen Honberg.
Nach langer Fahrt kamen wir (trotz Burger King Kaffee sehr müde) dann nachts wieder in Markgröningen an... und freuen uns schon auf das nächste Die Happy Konzert im Oktober.

Sziget 2005

Für alle die sich unter dem ungarischen Wort Sziget nichts vorstellen können, hier eine kleine Einführung. "Sziget" bedeutet eigentlich "Insel", wird ausgesprochen wie "Siget" und bezeichnet gleichzeitig auch noch Europas größtes Musik und Kulturfestival. Ein paar Fakten: Knapp 400.000 Besucher (also ungefähr zehnmal so groß wie die meisten Festivals in Deutschland), 7 Tage volles Programm, etwa 60 Bühnen und 1000 Einzelveranstaltungen. Das alles findet auf einer (gar nicht mal so riesigen) Donauinsel mitten in Budapest statt.
Mit einem Festival wie dem Southside oder Rock im Park lässt sich das Sziget eigentlich kaum vergleichen. Das Southside ging zum Beispiel nur 3 Tage, und trotzdem habe ich dort bestimmt dreimal so viele Bands gesehen. Das hängt zum einen damit zusammen, dass auf dem Sziget sehr viele (mir) unbekannte Bands spielen (viele Ungarische z.B.), zum anderen kann man auf dem Sziget-Festival so viele andere Dinge machen. Es gibt jede Menge Buden, Stände, Clubs, Bars und Attraktionen, dass die Musik nicht unbedingt immer im Vordergrund steht.
Neben meinem Headliner, KoRn, habe ich zum wiederholten male Ska-P, Turbonegro, die Beatsteaks (schwach), sowie Mando Diao und Franz Ferdinand gesehen. Besonders hervorzuheben sind 2 Bands, die ich davor überhaupt nicht kannte. Zum einen Tankcsapda, eine ungarische Metalband, die ich vor dem KoRn Konzert gesehen habe. Trotz der ungarischen Fans, die teilweise kurz vor dem Exzess pogten und der Tatsache, dass ich kein einziges Wort verstanden habe, war ich sehr beeindruckt. Das absolute musikalische Highlight aber (vielleicht neben KoRn) war eine ebenfalls ungarische Rage Against the Machine Tribute-Band namens Guilty Parties, die auf einer winzigen Stage spielten. Musikalisch (und teilweise sogar optisch) sehr nahe am Orginal, showmäßig einfach der Hammer.

Doch es war, wiegesagt, auch jede Menge anderes Programm geboten. Das absoulte Highlight war für mich das Bungee Jumping. Mitten auf dem Gelände war ein 60m Kran aufgebaut, wo man für 6000 Forint (etwa 20 Euro) springen konnte.
Party findet auf dem Sziget rund um die Uhr statt. Morgens um fünf sind dort die Straßen immer noch voll mit Menschen. Nachts spielten wir oft in Bars Karten oder Tischkicker, tranken Arany Ászok (ungarisches Bier), aßen Hot Dog, Pizza, Asia-All-You-Can-Eat oder Hare Krishna Essen. Letzteres ist eine besondere Erwähnung wert. Auf dem Sziget waren auch etliche religiöse Gruppen vertreten, darunter auch die Hare Krishna Sekte, die ein relativ großes Zelt aufgebaut hatte. Dort gab es ab 14h kostenlos Essen, bis (meist erst gegen Abend) alles weg war. Im Zelt musizierten Krishna-Jünger. War die Musik tagsüber noch eher ruhig (Harfe, Triangel, ...), so wurde dem Publikum nachts mit lauter Rockmusik eingeheizt. Einzig der Text war immer gleich: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare. Und das ununterbrochen (Die armen müssen das Mantra pro Tag mindestens 1728 mal wiederholen!).
Was gibt es noch zum Sziget zu sagen? Wir hatten einen genialen Campingplatz, zusammen mit einigen Deutschen und Österreichern. Ich bin stolzer Besitzer eines halben KoRn-Drumsticks ("Ohh pleaseee, can we break it??"). Die Hin- und Rückreise war weniger spaßig. Aber alles in allem waren es 10 Tage voller Spaß, Party und auch Musik.

Nickelback

Comming Soon

Mando Diao

Comming Soon

Kommende Konzerte

  • 28. Oktober: Die Happy in Mannheim
  • 6. Februar 2006: Die Happy in Stuttgart

Anmerkungen zu den Konzertberichten

  • Die Setlists sind größtenteils aus meinem Gedächnis zusammengestellt. Mit Sicherheit stimmt das ein oder andere nicht, vor allem die Reihenfolge, da ich mich meistens während der Konzerte auf andere Dinge konzentriere, als auf das auswendiglernen der Setlists.
  • Ich habe versucht für jeden Konzertbericht Fotos von dem Konzert zu finden, auf dem ich auch war. Leider ist das nicht immer gelungen, und ich musste dann stattdessen Pressebilder verwenden. Wenn jemand schöne Bilder von dem entsprechenden Konzerten gemacht oder gefunden hat, kann sich gerne bei mir melden! Wenn nicht anders angegeben sind die Bilder also von dem Konzert, von dem auch der Bericht ist (Vielen Dank an die Fotographen von Rock im Park und Das Ding, für die tollen Bilder).
  • Rechtschreib-, Grammatik- und natürlich inhaltliche Fehler dürfen und sollen jederzeit an mich weitergeleitet werden. Ich werde mich bemühen diese dann schnellstmöglich zu beheben.


1 Vielen Dank an beatsteaks-on-tour.de für die Setlist
2 Vielen Dank an Timo Deiner (konzertbilder.org) für die Erlaubnis das Bild zu zeigen.


© 2004 by David Peter